Aktualisiert: · von Frank Spitzer
Wandern in Santander, Kolumbien: 5 Unglaubliche Routen

Santander — das nordöstliche Andendepartement Kolumbiens — ist 2026 zu einem der attraktivsten Wanderziele Südamerikas geworden. Das Camino-Real-Netz des deutschen Ingenieurs Geo von Lengerke (Camino de Lengerke, im Jahr 1997 zum Nationaldenkmal erklärt), der spektakuläre Chicamocha-Canyon, die Mojarras-Wasserfälle und die Bergketten um San Gil und Barichara bieten Wanderwege jeden Schwierigkeitsgrades. Bei Pelecanus, Full-Service-Reiseveranstalter mit Sitz in Bogotá seit 2017 (RNT 51402, IAGTO-Mitglied), organisieren wir seit acht Jahren Wandertouren in Santander für deutschsprachige Reisende. Dieser Guide für 2026 fasst die wichtigsten Strecken, praktischen Hinweise und Kombinationen zu Tagestouren oder Mehrtagestrekkings zusammen.
Geo von Lengerke und das Camino-Real-Netz
Georg Ernst Heinrich „Geo” von Lengerke (1827-1882), deutscher Ingenieur aus dem Herzogtum Braunschweig, kam 1852 nach Santander und ließ ein außerordentliches Netz aus gepflasterten Wegen bauen, die Tabakhaciendas und Häfen miteinander verbanden. Die Camino-Real-Pfade — heute restauriert und für Wanderer geöffnet — verbinden Dörfer wie Barichara, Guane, Zapatoca, Los Santos, Villanueva, Jordán und Cabrera und durchqueren den Chicamocha-Canyon, einen der größten Canyons der Erde (227 km lang, bis zu 2 000 m tief).
Im Jahr 1997 wurde das Camino-Real-Netz zum Nationaldenkmal erklärt. Lengerkes Erbe ist heute zweifach: pragmatisch (die Wege werden ständig benutzt) und symbolisch (sie sind das stärkste Bindeglied zwischen deutschem Ingenieurwissen des 19. Jahrhunderts und der heutigen Identität Santanders).
Die Hauptrouten der Camino-Real-Strecke
1. Barichara — Guane (kurz)
- Länge: ca. 6 km
- Dauer: 2 bis 2,5 Stunden
- Schwierigkeit: leicht bis mittel
- Höhenprofil: von Barichara nach Guane überwiegend bergab (300 m); Rückweg von Guane nach Barichara durchgehend bergauf
Der berühmteste Camino-Real-Pfad Kolumbiens. Beginnt am östlichen Stadtrand von Barichara (gepflasterter Beginn, klassische Wegmarken), durchquert Wachspalmen-Wiesen, Trockenbusch-Landschaft und kleine Bachläufe. Endet in Guane, einem präkolonialen Dorf, das die Knochen und Mumien der Guane-Indigenen im kleinen Museo Paleontológico bewahrt. Wir empfehlen Hin- in Richtung Guane (bergab), Rückfahrt mit dem Taxi oder Sammeltaxi nach Barichara.
2. Barichara — Cabrera — Villanueva
- Länge: ca. 14 km
- Dauer: 5-6 Stunden
- Schwierigkeit: mittel
Für Wanderer, die mehr Zeit haben. Diese Strecke führt durch das echte ländliche Santander — Tabakfelder, Kaffeefelder im Schatten, Ziegenherden, alte Tabakvorratshäuser. Cabrera und Villanueva sind kleine Kolonialdörfer mit nur wenigen touristischen Besuchern. Möglichkeit zur Übernachtung in einem ländlichen Gasthof in Villanueva.
3. Drei-Tage-Trek: Zapatoca — Guane — Barichara — Villanueva
- Länge: ca. 47 km
- Dauer: 3 Tage
- Schwierigkeit: anspruchsvoll
Die längste klassische Variante. Beginnt in Zapatoca, durchquert den oberen Teil des Chicamocha-Canyons, übernachtet in Guane oder Cabrera, und endet in Villanueva oder Los Santos. Die Strecke kombiniert gepflasterte Camino-Real-Abschnitte mit unbefestigten Bergpfaden und mit der spektakulären Überquerung des Chicamocha bei Jordán. Geeignet für erfahrene Wanderer mit Trekkingerfahrung.
Wanderungen außerhalb des Lengerke-Netzes
El Cocuy Nationalpark (Sierra Nevada del Cocuy)
Streng genommen liegt El Cocuy im Departement Boyacá, nicht in Santander, aber er ist die wichtigste Hochgebirgsdestination der Region. Sechs Berge über 5 000 m, Gletscher, Hochlandseen und Frailejones-Páramo. Für 2026 sind nur Tagesausflüge zu drei genehmigten Routen erlaubt (Lagunillas, Pulpito-Hueco, Ritak’Uwa Blanco). Mehrtägiger Trek mit Übernachtung im Park ist seit Jahren gesperrt. Anreise von Bogotá oder Bucaramanga 9-10 Stunden.
Yariguíes Nationalpark
Westlich von Bucaramanga gelegen, einer der biodiversesten Parks Kolumbiens. Endemische Vögel (Niceforo’s Wren, Recurve-billed Bushbird), Páramo-Landschaften, Nebelwald. Wenig touristisch besucht — eine echte Option für Naturreisende, die die Massen meiden wollen.
Chicamocha-Canyon — Wandern und Paragliding
Der Cañón del Chicamocha ist der zweittiefste Canyon der Welt nach dem Cotahuasi in Peru. Das Parque Nacional del Chicamocha (Panachi) bietet eine Seilbahn über den Canyon (6,3 km, eine der längsten der Welt), Aussichtspunkte und kürzere Wanderpfade. Für eine echte Tiefenwanderung empfehlen wir den Trek von Jordán nach Los Santos (1 Tag) oder die Schluchtenroute von Mesa de los Santos hinunter.
Mojarras-Wasserfälle und Páramo de la Rusia
Bei Charalá, südlich von San Gil, liegen die Las-Mojarras-Wasserfälle (90 m Höhe) und der Páramo de la Rusia, weniger besucht als andere Páramos, mit Frailejones und Bromelien.
Beste Reisezeit 2026
Santander hat zwei trockene Hauptsaisons: Dezember bis Februar und Juli bis August. In diesen Monaten sind die Wege trocken, die Sicht klar und die Temperaturen im Canyon erträglich (vorausgesetzt, man wandert morgens). Die Regenzeit (April-Mai und September-November) macht die gepflasterten Camino-Real-Pfade rutschig und die unbefestigten Strecken schwer passierbar.
Praktische Tipps für 2026
- Höhe: Barichara liegt auf 1 336 m, Guane auf 1 200 m, Zapatoca auf 1 720 m, Chicamocha-Talsohle auf 350 m. Keine Höhenkrankheit zu erwarten.
- Klima: Im Canyon kann es tagsüber bis zu 35 °C heiß werden. Frühstart (6 Uhr) ist Pflicht. In den höher gelegenen Dörfern (Zapatoca, Barichara) 18-28 °C.
- Ausrüstung: Wanderschuhe mit Profil (gepflasterte Wege werden bei Nässe glatt), Sonnenhut, Sonnencreme LSF 50, 3 Liter Wasser pro Person, leichte Regenjacke.
- Verpflegung: Wenig Kioske unterwegs außerhalb der Dörfer. Picknick aus Barichara mitnehmen — die Stadt hat ausgezeichnete Bäckereien.
- Geld: kolumbianischer Peso (COP), in Barichara und San Gil Geldautomaten, in Guane und kleinen Dörfern nur Bargeld.
- Sicherheit: Santander gehört zu den sichersten Departements Kolumbiens. Touristisch unproblematisch.
Wo übernachten
- Barichara: Kolonialdorf, von vielen als das schönste Dorf Kolumbiens bezeichnet. Hotelles Hicasua, La Nube Posada, Tinto Hostel. Ideale Basis für Tagestouren.
- San Gil: Hauptstadt des Outdoor-Tourismus Kolumbiens. Praktischer für Rafting, Paragliding, Höhlenwandern. Hotel Spa Yariguíes.
- Mesa de los Santos / Curití: Boutique-Lodges mit Canyon-Blick. Hacienda El Roble (Lengerke-Erbe), Boutique-Lodges in Curití.
Kombinationen mit dem Rest Kolumbiens
Santander lässt sich hervorragend mit anderen Regionen verbinden:
- Santander + Kaffeezone: 4 Tage in Santander, dann Flug Bucaramanga-Pereira und 4 Tage im Eje Cafetero.
- Santander + Bogotá + Boyacá: 3 Tage Bogotá, 2 Tage Villa de Leyva, 4 Tage Santander.
- Santander + Caribic: 4 Tage Santander, dann Flug nach Cartagena.
- Wandern + Golf: kombinieren Sie das Wandern mit den Golfplätzen Kolumbiens in Bucaramanga (Ruitoque Golf Club).
Wie Pelecanus Ihre Wanderreise nach Santander organisiert
Als Full-Service-Reiseveranstalter mit Sitz in Bogotá seit 2017 (RNT 51402, IAGTO-Mitglied) übernehmen wir alle Logistik: Inlandsflüge nach Bucaramanga, Privattransfers nach Barichara/San Gil/Zapatoca, Auswahl der Unterkunft (Boutique-Hotel oder Hacienda), zertifizierte zweisprachige Wanderführer, lokale Notfallunterstützung, Versicherung. Für anspruchsvollere Treks (3-Tage Lengerke, Yariguíes) arbeiten wir mit lokalen Bergführern aus Barichara und Charalá.
Für ein individuelles Angebot kontaktieren Sie uns per WhatsApp +57 321 214 6210 oder E-Mail info@pelecanus.com.co. Wir antworten auf Deutsch innerhalb von 24 Werkstunden.
Häufig gestellte Fragen
Welche ist die einfachste Wanderung in Santander?
Die Strecke Barichara — Guane (6 km, 2-2,5 Stunden, überwiegend bergab) ist die zugänglichste und für die meisten Reisenden ohne Wandererfahrung machbar.
Brauche ich einen Wanderführer für den Camino de Lengerke?
Für die kurze Barichara-Guane-Strecke nicht zwingend, der Weg ist gut markiert. Für längere Strecken (3-Tage-Trek) und Wege außerhalb des Hauptnetzes ist ein lokaler Führer empfohlen — sowohl aus Sicherheits- als auch aus Wissensgründen.
Kann ich El Cocuy 2026 noch besuchen?
Ja, aber nur drei Tagesrouten sind genehmigt (Lagunillas, Pulpito-Hueco, Ritak’Uwa Blanco). Mehrtägige Treks mit Übernachtung im Park bleiben gesperrt. Reservierung im Voraus über die kolumbianische Naturparkbehörde Parques Nacionales Naturales erforderlich.
Wie heiß ist es im Chicamocha-Canyon?
Tagsüber 28-35 °C, in den Sommermonaten (Juli-August) bis 37 °C. Wandern Sie nur zwischen 6 und 10 Uhr morgens. Nehmen Sie 3-4 Liter Wasser pro Person mit.
Ist Wandern in Santander sicher?
Ja. Santander gehört zu den sichersten Regionen Kolumbiens. Die einzige Vorsicht betrifft die Hitze im Canyon und das Risiko von Stürzen auf nassen Pflastersteinen. Mit einem zertifizierten Führer ist das Risikoprofil sehr niedrig.
Über den Autor
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