Pablo Escobar Touren in Kolumbien – Gut oder Schlecht?

Hacienda Napoles entrance

Last updated on September 2nd, 2021 at 09:48 pm

Liebe Leser

Mein Name ist Frank und ich betreibe ein Reisebüro in Bogota, Kolumbien. Ich wünsche viel Spaß beim Lesen!

War Pablo Escobar ein Engel oder ein Dämon?

Wenn es einen Kolumbianer gibt, den niemanden kalt lässt, dann ist es der furchterregende Drogenbaron Pablo Escobar. Im Laufe der Jahre sind Tausende von Touristen nach Medellín geströmt, um die bedeutendsten Orte zu sehen, die mit dem gefürchteten Drogenbaron in Verbindung gebracht werden.

In diesem Blog wollen wir aufzeigen, wer Pablo Escobar war, darüber diskutieren, ob der von diesem Mann erzeugte Tourismus eine gute oder schlechte Sache ist und schließlich die Orte erklären, die mit dem Drogenbaron in Verbindung standen.

Wer war Pablo Escobar?

Der vielleicht (und leider) bekannteste Kolumbianer der Welt ist Pablo Emilio Escobar Gaviria, der immer noch als der mächtigste Drogenbaron bekannt ist, der jemals auf diesem Planeten wandelte.

Pablo Escobar wurde in der Gemeinde Rionegro geboren. Diese liegt nur eine Stunde von Medellín entfernt. Von klein auf begann er sich in der Welt des Verbrechens zu bewegen und seine Mutter Hermilda Gaviria hatte ihn dafür nie getadelt. Sie betrachtete den Ehrgeiz ihres Sohnes mit Wohlwollen, außerdem brachte Pablo immer Geld nach Hause, so dass seine Mutter nie ein Problem darin sah, was er tat.

Nach und nach stieg Pablo Escobar in der Welt des Verbrechens auf, genauer gesagt in der Welt der Drogen. Im Jahr 1974 baute er sein eigenes Drogenlabor und gründete das Medellín-Kartell, die mächtigste Drogenhandelsorganisation, die Kolumbien je hatte.

Im Alter von 29 Jahren war Escobar bereits Millionär. 1982 ging er in die Politik und wurde Abgeordneter im kolumbianischen Kongress. Er hielt es dort nur ein Jahr aus und während dieser Zeit beschuldigte ihn Justizminister Rodrigo Lara Bonilla, der für seine heftige Opposition gegen Drogen bekannt war mehrmals, ein Drogenhändler zu sein.

In dieser Zeit kamen die berühmten Erklärungen des Drogenbarons ans Licht. Er behauptete, sein Geld stamme aus Investitionen im Bereich der Viehzucht. Im Jahr 1983 veröffentlichte die kolumbianische Zeitung El Espectador mehrere Artikel, die Escobars Verbindungen zur Drogenwelt aufzeigten. Daraufhin wurde Pablo Escobar aus dem Repräsentantenhaus entfernt. Als Vergeltung befahl Escobar die Ermordung von Rodrigo Lara Bonilla und Guillermo Cano, der damals Direktor von El Espectador war.

Pablo Escobar benutzte das berühmte “Plata o Plomo”-Gesetz (Silber oder Blei), mit dem er Leute zwang, seine Bestechung anzunehmen. Wenn man sich weigerte, wurde man getötet. Dem Drogenhändler gelang es, 80 Prozent der in die Vereinigten Staaten gelangenden Drogen zu kontrollieren.

In den 1980er und 1990er Jahren war Escobar der Drahtzieher von mindestens 623 Terroranschlägen, der Ermordung von Journalisten wie Diana Turbay und sogar dem Tod des Präsidentschaftskandidaten Luis Carlos Galán Sarmiento, der ein Befürworter der Auslieferung von Drogenhändlern an die USA war.

Pablo Escobar war ein erbitterter Gegner der Auslieferung an die Vereinigten Staaten und es gelang ihm durch Anschläge und Attentate, die Regierung unter Druck zu setzen, die Auslieferung abzulehnen. Nachdem er dies erreicht hatte, “stellte” er sich 1991 den Behörden.

Escobar stellte sich unter der Bedingung, dass er in einem “Gefängnis, das er gebaut hatte”, eingesperrt würde. Dieses Gefängnis war die berühmte “Kathedrale” (über die wir später noch sprechen werden), die von Luxus und Komfort für den Drogenhändler und seine Männer nur so strotzte.

Nachdem er 1992 im Gefängnis Mitglieder einer rivalisierenden Bande ermordet hatte, beschloss die Regierung, Escobar in ein richtiges Gefängnis zu bringen. „El Patrón del Mal“ erfuhr von diesem Plan und flüchtete. Die Regierung, die sich gedemütigt fühlte, bildete den berühmten Search Bloc, der zusammen mit Mitgliedern des US-Geheimdienstes und einer paramilitärischen Bande namens Pepes (von Pablo Escobar gejagt) und die vom Cali-Kartell (einer anderen Drogenhandelsorganisation jener Zeit) finanziert wurde, die Verfolgung von Pablo Escobar aufnahm.

Sie spürten ihn schließlich 1993 in einem Haus im Stadtteil Los Olivos in Medellín auf und nach einer Schießerei wurde er auf dem Dach des Hauses getötet. Obwohl die Zahlen ungenau sind, wird erzählt, dass Pablo Escobar mit dem Tod von mehr als 10.000 Menschen in Verbindung gebracht werden kann.

Warum wird Pablo Escobar vergöttert?

Pablo Escobar war kein Heiliger, aber das Bild dieses Mannes wird von vielen Kolumbianern und Ausländern bewundert. Das liegt daran, dass Pablo bei Hunderten von Menschen als guter Mensch bekannt ist. Der Drogenbaron gab sich gerne als Robin Hood aus und half jahrelang den Bedürftigen.

Er ließ Parks bauen, gab den Bedürftigen finanzielle Hilfe und errichtete sogar ein Viertel mit mehr als 400 Häusern für die Ärmsten. Dieses Viertel existiert immer noch und heißt “Pablo Escobar” (wir werden später über diesen Ort sprechen). Dies brachte einige Kolumbianer dazu, Escobar als einen Heiligen zu sehen und sein Grab auf der Suche und Bitte nach Gunst zu besuchen.

Dieses Dilemma zwischen Dämon und Engel hat die Bewunderung der Touristen geweckt. Viele Reisende wollen die emblematischsten Orte besuchen, die eine Beziehung zu Escobar hatten. Aus diesem Grund haben in Medellín die berühmten “Narcotours” begonnen, bei denen Touristen zu verschiedenen wichtigen Orten im Leben des Kriminellen geführt werden.

Pro und Contra des Tourismus im Zusammenhang mit Pablo Escobar

Zweifelsohne hat das durch Pablo Escobar ausgelöste Interesse mehr Negatives mit sich gebracht. Aber es gibt auch Positives, das wir hervorheben wollen. Einige Vor- und Nachteile des Tourismus im Zusammenhang mit Pablo Escobar sind:

Nachteile

Idealisierung von Pablo Escobar

Dank der berühmten Narconovelas im Fernsehen und der verschiedenen Unterhaltungsmedien wurde das Bild von Pablo Escobar so verkauft, als sei er ein Robin Hood oder eine Art Selbstjustizler.

Einer der berühmtesten Schauspieler der Welt, Bryan Cranston, der Walter White in der kultigen Serie Breaking Bad spielte, bezeichnete Escobar beispielsweise als einen Mann, der “eine Menge Angst und Misstrauen hervorrief, aber gleichzeitig sehr gute Dinge in seinem Land tat”.

Dieses Image und die Bewunderung haben dazu geführt, dass Künstler wie J. Álvarez bei seinem Besuch in Medellín ein T-Shirt mit Anspielungen auf Pablo Escobar trug, was bei einigen Leuten Kritik auslöste.

Ein anderer Fall war, als der berühmte amerikanische Rapper Wiz Khalifa Geschenke zum Grab von Pablo Escobar brachte, um ihm Tribut zu zollen. Wir werden später darüber sprechen.

Deshalb kommen manche Touristen nicht, um einen Mann zu besuchen, der direkt und indirekt Hunderte oder Tausende von Menschen getötet hat, sondern einen Mann, der sich dem Staat widersetzte und freundlich zu den Bedürftigen war.

Es ist eine seltsame Situation mit Escobar, denn er war eine ruchlose Figur in der kolumbianischen Geschichte, aber auch heute noch wird er von Einheimischen und Ausländern gleichermaßen respektiert und geliebt.

Dem Täter wird mehr Bedeutung beigemessen als den Opfern

Das Problem bei der Förderung dieser Art von Tourismus ist, dass sie einer der Personen eine Stimme gibt, die die größte Gewalt in Kolumbien erzeugt haben. Die Leute wollen wissen, wie Escobar gelebt hat, wie er gestorben ist, wie sein Lebensstil war, und so weiter.

Dieses Interesse ist grösser als dasjenige für die Opfer. Deshalb haben die Regierungen von Medellín versucht, das Bewusstsein zu schärfen und den Menschen zu vermitteln, dass Pablo Escobar ein negativer Teil unserer Geschichte war.

Aus diesem Grund wurde 2019 das Monaco-Gebäude, das in den 1980er Jahren eine Ikone der Macht Escobars war (wir werden später mehr über diesen Ort sprechen), abgerissen und an seiner Stelle wurde der Parque Conmemorativo Inflexión errichtet, der den Opfern der Gewalt Tribut zollen soll.

Hilfe bei der Förderung des Stereotyps von Kolumbien und Drogen

Nichts ärgert einen Kolumbianer mehr, als über Pablo Escobar und Drogen befragt zu werden. Dank der Vielzahl von Serien und kulturellen Produkten, die im Laufe der Jahre produziert wurden, ist eine Legende erzeugt worden.

Die Tatsache, dass der Hauptbezugspunkt Kolumbiens nicht seine Künstler oder Wissenschaftler sind, ist ein Problem, da viele Menschen auf der Welt die Kolumbianer generell abwerten und sie mit Drogen in Verbindung bringen.

Vorteile

Es ist eine ewige Erinnerung an unser historisches Gedächtnis

Nicht alle Orte, die mit Pablo Escobar in Verbindung stehen, werden zu dessen Verherrlichung genutzt. Es gibt Institutionen wie das Museo Casa de la Memoria (in Medellín), in dem die Zeugenaussagen von Opfern und Tätern zusammengetragen wurden, um ein Panorama des damaligen Geschehens zu zeigen.

Die Gewalt in Kolumbien kann nicht ignoriert werden, und wir sollten auch nicht vergessen, dass sie vor Jahren passiert ist (und zum Teil weiterhin passiert). Im Gegenteil, es ist wichtig, sich an all diese Gegebenheiten zu erinnern und die neuen Generationen über die Folgen von Gewalt aufzuklären.

Sogar die ikonische Hacienda Nápoles (über die wir später sprechen werden), bemüht sich darum, dass die Leute dieses Land nicht besuchen, weil es Pablo Escobar interessant macht, sondern um eine schöne Zeit mit Freunden oder der Familie zu haben.

Die Hacienda Nápoles selbst hat ein Gedenkmuseum eingerichtet, um den Opfern zu huldigen. Diese Räume sind wichtig, weil diejenigen, die Gewalt erlitten haben, mehr Stimme und Einfluss haben sollten als die Täter.

Mehr Tourismus und mehr Interesse an Kolumbien

Es ist wahr, dass Tausende von Touristen, die nur wegen Pablo Escobar nach Kolumbien kommen, kontraproduktiv sind, da sie dazu beitragen, das Stereotyp von Kolumbianern und Drogen zu fördern. Aber die Welt ist nicht schwarz und weiß. Touristen die Kolumbien besuchen, sind auch an anderen Aspekten des Landes interessiert. Des Weiteren generiert Tourismus Arbeitsstellen und Einkommen.

Ein Besuch in Kolumbien hilft mit Klischees aufzuräumen, weshalb sich viele Touristen in dieses Land verlieben und sich sogar dauerhaft hier niederlassen. Der berühmte politische Berater Roger Stone sagte einmal, dass alle Arten von Publicity (auch negative) nützlich sind. Menschen, die sich für das Land interessieren, können uns helfen den Ruf zu ändern, dass es in Kolumbien nur um Drogen geht.

Orte die mit Pablo Escobar in Verbindung stehen

Hacienda Nápoles


Website:  https://haciendanapoles.com/
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag von 9:00 Uhr bis 17:00 Uhr

Wenn es jemals einen Ort gab, der die Macht und das Geld von Pablo Escobar repräsentierte, dann war es die berühmte Hacienda Nápoles. Die gesamte Anlage liegt etwa 3 Stunden und 30 Minuten von Medellín entfernt und ist heute einer der wichtigsten Themenparks in Lateinamerika.

Geschichte der Hacienda Nápoles

Im Jahr 1978 kaufte der gefürchtete Drogenhändler ein 3000 Hektar großes Grundstück und gründete die Hacienda Nápoles. Dieses Gebiet verfügte ursprünglich über ein Luxushaus, ca. 6 Schwimmbäder, einen Hubschrauberlandeplatz, eine Stierkampfarena und 27 künstliche Seen.

Als Kuriosität stellte Pablo Escobar am Eingang seiner Hazienda einen Bogen auf, an dessen Spitze eine Nachbildung des Flugzeugs stand, mit dem er zum ersten Mal Drogen in die Vereinigten Staaten schickte. Diese “Attraktion” wurde von Touristen viel besucht und war ein beliebtes Fotosujet, wurde aber 2019 aus ethischen Gründen entfernt.

Pablo Escobar war bekannt dafür, ein extravaganter Mann zu sein, und natürlich blieb auch sein Vorzeigeobjekt nicht von den Launen des Drogenbosses verschont. Escobar ließ 1500 Tierarten einfliegen, darunter Kängurus, Giraffen, Nashörner, Elefanten und natürlich die berühmten Nilpferde. Viele dieser Tiere wurden die letzten Jahre umgesiedelt, andere leben weiterhin auf dem Gelände der Hacienda und sind heute Teil des Zoos im Park.

Einige Arten wie die Flusspferde haben den kolumbianischen Behörden Kopfzerbrechen bereitet, da sie aufgrund ihrer exponentiellen Vermehrung als Plage gelten und Umweltschäden im gesamten Gebiet verursachen.

Warum die Hacienda Nápoles besuchen?

Diese Hacienda, die einst von Kolumbiens gefährlichsten Männern bewohnt wurde, steht nicht mehr für das Verbrechen und schon gar nicht mehr für Escobar.

Anfang der 2000er Jahre entstand die Idee, auf der Hacienda einen Park anzulegen, der nichts mit dem Drogenhandel zu tun hat. Nach und nach wurden Attraktionen gebaut, bis der berühmte Themenpark Hacienda Nápoles zu einem der kultigsten Orte Kolumbiens wurde.

Einige der Attraktionen des Parks sind:

Wildtier-Schutzgebiet

Die größte Attraktion des Themenparks Hacienda Nápoles sind zweifelsohne seine Tiere. Hier findet man typische Arten der afrikanischen Savanne wie Strauße, Erdmännchen, Zebras, Krokodile, die berühmten Flusspferde und sogar Elefanten.

Es gibt 38 Katzenarten, darunter Tiger und Jaguare. Es gibt ein Gebiet namens “Insel der Affen”, wo man verschiedene Primaten sehen kann.

Wasserattraktionen

Der Park zeichnet sich auch durch seine verschiedenen Attraktionen aus, zu denen 4 Wasserrutschen, verschiedene Pools und drei Whirlpools gehören.

Eine sehr interessante Attraktion sind die Victoriafälle, wo es einen 20 Meter hohen Wasserfall gibt, der etwa 100 Meter lang ist. Dieser Platz ist ideal zum Entspannen beim Baden.

Schmetterlingsfarm

Es ist ein idealer Ort, um mit einer Vielzahl von Schmetterlingen zu interagieren, wo man ebenfalls über den Reproduktionszyklus dieser Tiere unterrichtet wird.

Jurassic Abenteuer

Für Dinosaurier-Liebhaber ist dies eine sehr interessante Attraktion. Man findet lebensgroße Nachbildungen einer Vielzahl von ausgestorbenen Tieren, wie die bereits erwähnten Riesenreptilien und andere Arten wie das Mammut. All diese Attraktionen sind mit Audio- und Informationspunkten ausgerüstet, an denen man etwas über die Jurassic-Welt erfahren kann.

Gedenkstätte Museum

Wie bereits erwähnt, will der Park nicht vom Image Pablo Escobars leben, sondern im Gegenteil wollen die Attraktionen den Besuchern eine andere Art von Erfahrung bieten, wie z.B. die Verbindung mit der Natur.

Trotzdem wollten die Verantwortlichen des Parks einen Raum schaffen, um den Opfern der Gewalt zu gedenken, so entstand das Memorial Museum. Es gibt verschiedene Exponate, so zum Beispiel werden Zeitungsausschnitte, Titelseiten bekannter Medien, Fotos und Plakate ausgestellt, die alle mit der Zeit der Drogengewalt (80er und 90er Jahre) in Verbindung stehen.

Das Ziel des Museums ist es, dass durch all diese Objekte die Geschichte der von Escobar ausgeübten Gewalt erzählt wird und dass all dies dazu beiträgt, das historische Gedächtnis zu bewahren.

Wie erreicht man die Hacienda Nápoles?

Die Hacienda Nápoles befindet sich in der Gemeinde Puerto Triunfo. Von Medellín aus benötigt man etwa 3 Stunden und 30 Minuten für die Anreise. Um zur Hacienda zu gelangen, muss man die Straße Medellín – Bogotá nehmen.

Die Kathedrale

Standort: Envigado

Wenn es ein Gebäude gibt, das die kolumbianische Regierung in Verruf gebracht hat, dann ist es La Catedral. Dieses Gebäude wurde 1991 von Pablo Escobar selbst eingeweiht, mit dem Ziel, es zu seinem eigenen Gefängnis zu machen. Pablo Escobar hasste die Vorstellung, an die Vereinigten Staaten ausgeliefert zu werden. Einer seiner berühmtesten Sätze war: “Ich wäre lieber in einem Grab in Kolumbien als in einer Gefängniszelle in den Vereinigten Staaten”.

Deshalb entschied er sich, “sich zu stellen”, unter der Bedingung, dass er in La Catedral bleiben konnte. Dieses “Gefängnis” hatte ein Schwimmbad, einen natürlichen Wasserfall, Fußballplätze, Billardzimmer und es wird sogar erzählt, dass dort Orgien stattfanden. Die Dreistigkeit war so groß, dass sogar der damalige Torwart der kolumbianischen Nationalmannschaft, Rene Higuita, Escobar bei einer Gelegenheit besuchte. Dies löste einen Skandal im Land aus.

Im Jahr 1992 besuchten ihn Fernando Galeano und Gerardo Moncada, die für Escobar arbeiteten, in La Catedral. Der Drogenbaron beschuldigte sie, Geld von ihm gestohlen zu haben und tötete beide. Daraufhin beschloss die Regierung, Escobar und seine Männer in ein richtiges Gefängnis zu verlegen, aber der Drogenhändler fand das heraus und entkam, indem er eine Mauer aus Gips einschlug. Daraufhin wurde das Gefängnis geschlossen und mehrere Personen brachen illegal ein, um nach Wertgegenständen zu suchen.

Warum stößt der Dom auf Interesse?

Heute stellt die Kathedrale eine der peinlichsten Geschichten der kolumbianischen Regierung dar. Einheimische und Ausländer besuchen dieses Gefängnis, um zu sehen, wie Escobar lebte und um die Geschichten zu hören, was dort geschah.

Wie man nach La Catedral kommt

Man kann La Catedral von Medellín aus erreichen. In Medellín kann man die Metrolinie A nehmen, die bis zur Gemeinde Itagüí fährt. Dort angekommen, kann man ein Taxi nehmen, und in 20 bis 30 Minuten erreicht man La Catedral.

Friedhof von Jardines Montesacro

Standort: Itagüí

Es ist merkwürdig, dass ein Grabmal eine der beliebtesten Touristenattraktionen für Einheimische und Ausländer ist. Das Grab von Escobar befindet sich auf dem Friedhof Jardines Montesacro in der Gemeinde Itagüí. Trotz der Tatsache, dass der Drogenhändler vor Jahrzehnten gestorben ist, erweckt seine Figur weiterhin große Mystik und Interesse bei den Menschen.

Warum weckt das Grab von Escobar Interesse?

Jedes Jahr besuchen Tausende von Menschen (Einheimische und Touristen) dieses Grabmal. Einige Kolumbianer besuchen den Friedhof, um Escobar um einen Gefallen zu bitten, als wäre er ein Heiliger. Der Respekt, den sie vor Escobars Grab haben, ist so groß, dass sie ihm oft Blumen bringen. Im Jahr 2018, zum 25. Todestag des Drogenhändlers, schmückten Unbekannte seine Ruhestätte mit einer Vielzahl von buntem Blumenschmuck.

Der Besuch dieses Grabes ist keine Aktion, die nur Einheimischen vorbehalten ist. Jedes Jahr besuchen Touristen aus der ganzen Welt diesen Ort, da viele der sogenannten Narkotouren diesen Friedhof als eines ihrer Ziele haben. Während des Besuchs äußern sich die Führer oft zu Escobars letzten Tagen. Die Mystik, die von Pablo Escobar ausgeht, ist so groß, dass mehrere Berühmtheiten das Grab besucht haben, um dem Drogenboss zu huldigen. Ein Beispiel dafür war der berühmte amerikanische Rapper Wiz Khalifa, der Blumen und Marihuana auf dem Grab hinterließ.

Dies wurde vom damaligen Bürgermeister von Medellín, Federico Gutiérrez, zurückgewiesen, der sagte: “Dieser Schurke hätte, anstatt Pablo Escobar Blumen zu bringen, den Opfern der Gewalt in dieser Stadt Blumen bringen und sich bei dieser Stadt entschuldigen sollen. Er ist hier nicht willkommen”.

Das oben Gesagte zeigt die Komplexität der Situation, mehrere Regierungen in Medellín versuchen, das Interesse an Escobar auszumerzen, aber der “Narkotourismus” bleibt eine der Hauptattraktionen Medellíns.

Wie kommt man zum Friedhof Jardines Montesacro?

Man kann mit den öffentlichen Verkehrsmitteln von Medellín anreisen. Die Metrolinie A fährt bis zur Gemeinde Itagüí. Dort angekommen, dauert eine Taxifahrt rund 15 Minuten bis zum Friedhof. Mit dem Auto braucht man von Medellín aus nur 30 bis 40 Minuten.

Barrio Pablo Escobar

 Cra. 26ef #37-12 (Medellín)

Wie bereits erwähnt, hatte Pablo Escobar einen Robin-Hood-Komplex und obwohl er ein Mörder und eine der schlimmsten Übeltäter war, erinnern sich viele Menschen an ihn als eine Art Held. Escobar lieferte verschiedene Konstruktionen und Einrichtungen, die vielen bescheidenen Menschen zugute kamen, aber welche zweifellos die meiste Aufmerksamkeit erregt, ist das Barrio Pablo Escobar.

Warum weckt das Barrio Pablo Escobar Interesse?

Dieser Ort gehört zweifelsohne zu einem der wenigen positiven Vermächtnisse, die Pablo Escobar hinterlassen hat. Wenn man durch dieses Viertel geht, kann man eine Vielzahl von bemalten Wänden finden, die auf den verstorbenen Drogenhändler anspielen.

Einige der Menschen, die dort leben, vergöttern Escobar und verteidigen ihn gegen jegliche Anschuldigungen oder Beleidigungen. Die Geschichte dieses Viertels geht auf die Zeit zurück, als Escobar an seiner politischen Kampagne arbeitete (1980er Jahre). Damals lernte er mehrere Menschen kennen, die in prekären Verhältnissen, fast auf Müllhalden lebten, so dass er beschloss, ihnen zu helfen.

Escobar schuf ein Viertel mit mehr als 400 Häusern, von denen eine Vielzahl von Menschen profitierte. Heute (2021) ist dieser Ort im Volksmund als Barrio Pablo Escobar bekannt und umfasst mehr als 5000 Häuser und 16.000 Einwohner.

Nach Escobars Tod wurde dieses Viertel mehrmals tabuisiert. Die Gemeinden wollten es nicht wirtschaftlich unterstützen, mit dem Argument es sei ein Erbe Escobars. In diesem Jahr (2021) hat der Staat jedoch soziale Investitionen getätigt, welche die Lebensqualität der Menschen, die dort leben, verbessern sollen.

Anmerkungen:

  • Viele Menschen, die in diesem Viertel leben, haben Respekt vor Escobar, unabhängig davon, was sie vom Drogenhändler halten. Es ist wichtig, die Überzeugungen dieser Menschen zu respektieren.
  • Die Nachbarschaft sollte nicht alleine von Touristen besucht werden.

Wie erreicht man das Barrio Pablo Escobar?

Man kann öffentliche Verkehrsmittel benutzen, um zum Barrio Pablo Escobar zu gelangen. Die U-Bahn-Linien A und B fahren in unmittelbarer Nähe des Ortes vorbei. Man kann auch den Bus benutzen, denn die Linien C6-004, C6-007 und C6-010B fahren in der Nähe des Viertels vorbei.

Haus, in dem Pablo Escobar starb

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Anders als man denken könnte, starb Pablo Escobar nicht in einem luxuriösen Haus mit vielen Privilegien, sondern wohnte zuvor im Gegenteil in einer bescheidenen Wohnung, die nur von einem Leutnant beschützt wurde. Nach der Flucht aus La Catedral im Jahr 1992 gründete die kolumbianische Regierung den so genannten “Search Bloc”, eine Gruppe, deren Aufgabe es war, Escobar zu fangen oder zu ermorden. Außerdem gründeten der US-Geheimdienst und Escobars Feinde die bereits erwähnte Organisation namens Pepes.

Escobar konnte sich nicht mehr in seinen luxuriösen Anwesen aufhalten und musste untertauchen. Im Jahr 1993 zog er vorübergehend in dieses Haus, wo er 15 Tage blieb, versteckt und verängstigt, nur mit dem Schutz eines Wächters, bekannt als “El Limón”. Es gelang den Spezialkräften am 2. Dezember 1993, ein fünfminütiges Telefongespräch zwischen dem Drogenhändler und seinem Sohn zu verfolgen und ihn so zu orten.

Die Behörden kamen zum Haus, schafften es, “El Limón” den Wächter zu töten, und obwohl Escobar versuchte, über die Dächer zu fliehen, gelang es ihnen schließlich, ihn zu töten und damit die Ära des Terrors von Pablo Escobar zu beenden.

Kurioserweise wurde nie eindeutig geklärt, wer die Person war, die Pablo Escobar tötete. Es gibt viele Mythen und es gibt sogar diejenigen, die glauben, dass der Drogenhändler Selbstmord beging. Dies, nachdem er den mittlerweile mythischen Satz gesagt hatte: “Ich wäre lieber in einem Grab in Kolumbien als in einer Gefängniszelle in den Vereinigten Staaten”.

Warum weckt das Haus, in dem Pablo Escobar starb, Interesse?

Nach Escobars Tod wurde das Haus von der Generalstaatsanwaltschaft geschlossen und blieb 15 Jahre lang verlassen. Obdachlose, Drogenabhängige und Kriminelle drangen illegal ein. Im Jahr 2008 wurde das Haus gekauft und in eine Spanisch-Sprachschule umgewandelt. Obwohl Escobars Name oft benutzt wird, um den Tourismus anzuziehen, ist dies nicht mehr der Hauptzweck des Ortes.

Trotzdem bleibt das Haus ein häufiges Ziel für Touren mit Bezug zu Pablo Escobar. Denn dieser Ort ist, ob man will oder nicht, zu einer Ikone der Popkultur geworden, und selbst renommierte Künstler wie Fernando Botero haben den Moment des Todes des Drogenhändlers auf Gemälden festgehalten.

Wie kommt man zu dem Haus, in dem Pablo Escobar getötet wurde?

Das Haus, in dem Pablo Escobar ermordet wurde, befindet sich im Zentrum von Medellín, im Stadtteil Los Olivos. Man kann es mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen. Die Buslinien 302 und 202 fahren in der Nähe dieses Bereichs vorbei.

Parque Conmemorativo Inflexión

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Das ikonische Monaco-Gebäude, das ein Symbol des verstorbenen Drogenbarons war, stand einst auf diesem Grundstück. Das Monaco-Gebäude galt als der Bunker von Pablo Escobar. In diesem Gebäude hatte der Boss des Bösen seine Autosammlung, eine Vielzahl von geheimen Räumen und besondere Orte, um seine Vermögenswerte zu verstecken.

Seit 1986 war das Monaco der Palast von Pablo Escobar und seiner Familie, doch am 13. Januar 1988 endete die Ruhe. Das Cali-Kartell ordnete an, eine Autobombe zu platzieren. Diese galt als die erste in Kolumbien (obwohl dies falsch ist, da die erste Autobombe 1981 in Santa Marta explodierte und nichts mit Drogenhandel zu tun hatte), die einen Teil des Gebäudes zerstörte und 10 Verletzte und 3 Tote forderte.

Der Angriff machte Escobars Tochter fast taub und von da an verschärfte sich der Krieg gegen die Drogen. Nach diesem schicksalhaften Tag ging das Gebäude in die Hände des National Narcotics Council und dann an weitere Eigentümer über. Der Schaden war jedoch angerichtet und dieser Ort wurde zu einer Ikone der Narcokultur.

Einheimische und Ausländer kamen, um im Gebäude zu fotografieren. Selbst Prominente wie der bereits erwähnte Wiz Khalifa, ließen sich an diesem makabren Ort fotografieren.

Wie wir bereits erwähnt haben, versuchten diverse Regierungen, das Interesse an Pablo Escobar zu beseitigen. Deshalb wurde 2019 beschlossen, das Monaco-Gebäude abzureißen und an seiner Stelle den Parque Conmemorativo Inflexión zu errichten, der den Opfern der Gewalt Tribut zollen soll.

Warum sollte man den Parque Conmemorativo Inflexión besuchen?

Dieser Park ist kein Symbol für die Täter, sondern für die Opfer. Man findet Gedenktafeln und Plakate, die an alle Zivilisten und Polizisten erinnern, die durch den Drogenhandel ums Leben kamen.

Es ist ein Park, der zum Ausruhen und Nachdenken einlädt. Es ist auch ein Ort, an dem man Pablo Escobar entmystifizieren kann, denn wir müssen uns immer daran erinnern, dass das, was er repräsentierte, eine der dunkelsten Zeiten Kolumbiens war.

Wie erreicht man den Parque Conmemorativo Inflexión?

Mit der Metrolinie B bis zur Station San Javier, dann ca. 15 Minuten zu Fuß.

Museo Casa de la Memoria

 Cl. 51 #36-66

Website: https://www.museocasadelamemoria.gov.co/
Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag von 9:00 Uhr bis 18:00 Uhr und am Wochenende von 10:00 Uhr bis 16:00 Uhr.

Ein weiterer Ort, an dem man mehr über die Gewalt von Pablo Escobar erfahren kann, ist das Museo Casa de la Memoria. Es zeigt mehrere Ausstellungen, die über die gewalttätigen Ereignisse im Land sprechen.

Medellín 70er, 80er, 90er Jahre

Die Ausstellung, die über die von Escobar und den Drogenkartellen produzierte Gewalt spricht, heißt “Medellín 70, 80, 90, Die Stadt spricht”. Anhand einer Zeitleiste, Fotos und Zeugenaussagen von Opfern, Tätern und Dritten, die die Gewalt miterlebt haben, erfährt man hier, was die Stadt damals alles durchmachen musste. Ein sehr eindrücklicher Ort, der auch von Schulklassen besucht wird.

Wie erreicht man das Museo Casa de la Memoria?

Mit der Metrolinien A oder B bis zur Station San Antonio fahren und von dort aus mit der Straßenbahn bis zur Station Bicentenario. Danach zwei Blocks gehen.

Touren mit Bezug zu Pablo Escobar

Folgend zeigen wir einige Anbieter von Touren.

Medellín Trip Colombia
Website: https://medellintripcolombia.co/escobar-tour/
Preis: 30 USD pro Person
Startpunkt: Medellín
Dauer: 4 Stunden

Eine ideale Tour, die nur ein paar Stunden dauert, bietet Medellín Trip Colombia. Auf dieser Tour, die sowohl auf Englisch als auch auf Spanisch gehalten wird, wird man durch die Stadt geführt:

  • Parque Conmemorativo Inflexion
  • Escobars Grabmal
  • Pablo Escobar’s Nachbarschaft
  • Haus, in dem er starb
  • Als optionale Attraktion können Sie das Haus der Erinnerung besuchen.

Anmerkungen:

  • Kinder unter 4 Jahren sind gratis.
  • Lebensmittel sind nicht enthalten.
  • Für die Tour wird man in der Unterkunft abgeholt.

Pablo Escobar Tours
Website: https://pabloescobartour.co/

Diese Firma bietet verschiedene Pläne von einem bis zu 5 Tagen.

Zwei Pläne sind:

Ganztägige Tour
Preis: 140 USD pro Person
Startpunkt: Medellín

Dies ist eine private Tour, die mindestens 2 Tage im Voraus gebucht werden muss:

  • Die Kathedrale
  • Das Haus, in dem Pablo Escobar starb
  • Escobars Grabmal
  • Parque Conmemorativo Inflexion

5 Tage Premium-Tour
Preis: 800 USD pro Person
Startpunkt: Bogotá

Diese Tour ist interessant, weil man repräsentative Teile von Bogotá und Medellín besichtigt (die nichts mit Escobar zu tun haben). Diese werden ergänzt mit dem Drogenbaron in Verbindung stehenden Orten.

In Bogota verbringt man nur einen Tag und wird zum Justizpalast im historischen Zentrum der Hauptstadt (La Candelaria) geführt.

Während man in Bogotá ist, wird man zu anderen ikonischen Stätten in La Candelaria gebracht, wie zum Beispiel dem Polizeimuseum.

Die weiteren vier Tage verbringt man in Medellín und besucht Orte, die mit Pablo Escobar in Verbindung stehen, wie z.B.:

  • La Hacienda Nápoles
  • Die Kathedrale
  • Das Haus, in dem Pablo Escobar starb
  • Escobars Grabmal
  • Parque Conmemorativo Inflexion

Man wird auch die Gelegenheit haben, ein anonymes ehemaliges Mitglied des Medellín-Kartells zu treffen. Am 5. Tag wird man zu weiteren Orten der Stadt geführt, die nichts mit Escobar zu tun haben.

Anmerkungen:

Sowohl in Bogota als auch in Medellin sind Unterkunft und Verpflegung inklusive.

Bei der Hacienda Napoles ist alles inbegriffen, außer die Jurassic World und die Rutschbahn.

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